Qualitech - die ersten ElektronikerInnen
technosert setzt Aktivitäten gegen den Fachkräftemangel
16. Juli 2009
Die ersten TeilnehmerInnen des Lehrgangs "Qualitech" haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie halten nun den europaweit anerkannten Fachbrief "ElektronikerIn" in den Händen. Johannes Gschwandtner, Geschäftsführer der technosert electronic GmbH hat dieses Ausbildungsprogramm kreiert. Letztes Jahr erhielt er dafür die Auszeichnung "der Schrittmacher".
"Vor meinem 40. Geburtstag den Berufsabschluss zu haben, war die mich treibende Kraft. Arbeit, Ausbildung und Familie gleichzeitig unter einen Hut zu bringen gestaltete sich oft schwierig. Mich besser zu organisieren, mir z.B. ganz bewusst Zeit für meine Kinder zu nehmen, war eine neue, sehr positive Erfahrung für mich" erzählt Ayse Aköz, die erste Absolventin des Lehrgangs. Sie ist sichtlich stolz darauf, dass sie das Ziel, das Sie sich gesetzt hat, erreicht hat.
"Ich habe mir selbst bewiesen, dass man das, was man will, auch wirklich erreichen kann. Aber ohne Unterstützung der Familie hätte ich die Anforderungen nicht erfüllt. Flexibel müssen alle sein, ich selbst, die Angehörigen und auch die Firma."
Flexibiltät ist ein Punkt, der sich auch durch die Unternehmensphilosophie von technosert zieht. Die TeilnehmerInnen an "Qualitech" haben Einzelvereinbarungen und arbeiten neben ihrer Ausbildung in einem flexiblen Zeitmodell.
Das Pilotprojekt "Qualitech" startete 2006. Zielgruppe waren vor allem Frauen über 35, die nach der Familienplanung den beruflichen Wiedereinstieg suchten, aber auch Männer ohne Berufsabschlussprüfung. technosert bot den Interessentinnen die Möglichkeit den europaweit anerkannten Facharbeiterbrief "Angewandte ElektronikerIn" zu erwerben.
Auf Veranstaltungen bewarb das AMS den Ausbildungsturnus. Sechzehn InteressentInnen nahmen die Arbeit in der Produktion auf, um zu sehen, was sie da erwartet. Nach einem Jahr Probezeit haben drei Damen die Chance ergriffen. Und vier Männer folgten dem mutigen Beispiel.
technosert hat schon immer viele Frauen beschäftigt, was in der Elektronikbranche eher ungewöhnlich ist. In der Produktion des Elektronikdienstleisters sind 40% der Arbeitnehmer weiblich. Johannes Gschwandtner setzt auf die guten Erfahrungen mit weiblichen Arbeitskräften. Vor allem Frauen, die nach der Familienbetreuung wieder ins Berufsleben einsteigen, haben sich als sehr zuverlässige Arbeitskräfte erwiesen. Dies gab auch den Ausschlag, dass Johannes Gschwandtner ein auf Frauen maßgeschneidertes Ausbildungsprogramm entwickelte. Unterstützt wurde er in seinem Vorhaben von Ferdinand Hildner, dem Direktor des Polytechnikums Pregarten, der AK, dem AMS und dem WiFi.
Die Ausbildung ist berufsbegleitend, hauptsächlich freitags und samstags. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt zu 100% im Haus technosert, der theoretische im Polytechnikum Pregarten und im WiFi. Ca. 2 1/2 Jahre müssen die „SchülerInnen“ an Zeitaufwand für die Ausbildung planen. In den ersten sechs Monaten, dem Basismodul, wird allgemeines Grundwissen erworben. Danach folgt die Ausbildung zur Elektronikerin. In Folge beschäftigt das Unternehmen bestens ausgebildete Fachkräfte, die mit der Materie auch im praktischen Berufsleben vertraut sind.
technosert finanziert diesen Lehrgang und erhält dafür Förderungen vom AMS und dem Land OÖ. Die Firma E+E beteiligt sich an den Kosten des 2. Lehrgangs.
Von den ersten sieben LehrgangsteilnehmerInnen, haben nun vier die Ausbildung erfolgreich beendet, Ayse Aköz als Vertreterin der Frauen und die drei männlichen Teilnehmer, Simon Forstenpointner, Christian Karlinger und Moheb Salah. Christoph Brunner wird im Herbst folgen. 2010 werden die Teilnehmer der zweiten Staffel den Lehrgang "Qualitech 2" abschließen.