Größtmögliche Flexibilität ohne Verlust an Präzision

technosert-Chef Johannes Gschwandtner erklärt, warum Industrie 4.0 vor allem eine inkrementelle Revolution ist – und mit welcher Strategie die Mühlviertler heute erfolgreicher sind als viele Mitbewerber.

Herr Gschwandtner, das von Ihnen gegründete Unternehmen technosert feiert bald 30-jähriges Firmenjubiläum. In dieser Zeit ist in der Industrielandschaft Österreichs sehr viel passiert. Welche Strategien haben sich für technosert als erfolgreich bewährt?
Johannes Gschwandtner: Als reiner Elektronik-Dienstleister handeln wir heute einzig im Auftrag und für den Erfolg unserer Kunden. Der Kern unseres Geschäftsmodells ist die präzise Beherrschung einer technologischen Kompetenz, und zwar konkret bei der Entwicklung, Produktion und Logistik von elektronischen Baugruppen. Wir arbeiten ausschließlich auftragsbezogen und konzentrieren uns immer auf die Perspektive der Kunden. Deshalb haben wir von Anfang an den Prozess der Digitalisierung aktiv mitbegleitet. Der anhaltende Erfolg gibt uns recht, dass diese Strategie stimmt.

Stichwort Digitalisierung: Industrie 4.0 ist einer der Megatrends unserer Zeit. Wie positioniert sich technosert in dieser Hinsicht?
Johannes Gschwandtner: Der Übergang zu Cyber Physical Systems hinterlässt tiefe Spuren in der Unternehmenslandschaft. Wir haben dabei unseren Kundenkreis kontinuierlich auf den gesamten zentraleuropäischen Raum ausgeweitet und arbeiten heute mit großen Industriekunden genauso zusammen wie mit dem Mittelstand.  technosert deckt aktuell den Bedarf entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produktes ab: Von der Entwicklung und Produktion elektronischer Geräte über den Prototypenservice bis zu hochkomplexen Röntgenanalysen elektronischer Bauteile – ein Prüfverfahren übrigens, das bis dato vor allem von Forschungsinstituten angeboten wurde. Und weil wir uns sehr eng auf die Technologie fokussieren, erreichen wir einen Grad an Spezialisierung, der von vielen Wettbewerbern nicht erreicht werden kann. Heute lagern unsere Kunden Teile ihrer Produktion an technosert aus, um Effizienzgewinne zu realisieren.

Die Digitalisierung der Produktion hat direkte Auswirkungen auch auf das Management – welche?
Johannes Gschwandtner: Es ist wichtig zu sehen, dass der Umbruch zu Industrie 4.0 vielfach inkrementell verläuft. Und das betrifft eben nicht nur die technische Seite, sondern alle Teilbereiche der Führungsstruktur – von der Organisation über das Personal bis zum Controlling. Es geht darum, trotz Flexibilität bis zur Losgröße 1 so effizient wie möglich zu sein. Wir bei technosert stellen deshalb das Credo „Größtmögliche Flexibilität ohne Verlust an Präzision“ in den Mittelpunkt, um in genau diesem Spannungsfeld permanente Innovation zu erreichen. Vor wenigen Tagen erreichte technosert im Rennen um den Staatspreis für Unternehmensqualität das Finale.

Und Anfang 2017 bekamen Sie bereits von Quality Austria die Auszeichnung Recognised for Excellence 4*. Was bedeuten diese Auszeichnungen für Sie?
Johannes Gschwandtner: Das ist natürlich eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Doch
mit der Teilnahme am Staatspreis für Qualität konnten wir – besonders durch die umfangreiche Selbstbewertung – auch viele Anregungen für uns selbst mitnehmen. Deshalb sind diese Auszeichnungen für uns ein Auftrag, uns konsequent zu verbessern und weiterzuentwickeln.

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Redakteur: Peter Martens